Einfach loslassen…
Die Legende vom Erlöser von Richard Bach
Es gab einmal eine Ansiedlung von Geschöpfen am Grunde eines großen kristallklaren Flusses.
Die Strömung des Flusses ging ruhig über alle hinweg, einerlei, ob jung oder alt, reich oder arm, gut oder böse: Die Strömung ging ihren eigenen Weg, denn sie kannte nur ihr eigenes kristallklares Selbst.
Jedes Geschöpf klammerte sich in der ihm eigenen Weise fest an die Zweige und Steine im Flussbett, denn ihre Art zu leben bedeutete Sichfesthalten; von Geburt an hatte man ihnen beigebracht, der Strömung zu widerstehen.
Aber unter ihnen gab es ein Geschöpf, das eines Tages sagte: “Ich habe es satt, mich immer festzuhalten! Ich kann es zwar nicht mit meinen Augen sehen, aber ich vertraue trotzdem darauf, dass die Strömung weiß, wohin es geht. Ich werde loslassen, damit mich das Wasser forttragen kann, wohin es will; denn wenn ich mich weiter festhalte, werde ich vor Langeweile sterben.”
Die anderen Geschöpfe lachten und sagten: “Du Narr! Lass nur los, und du wirst sehen, wie die Strömung, die du so sehr verehrst, dich packen und auf die Felsen schmettern wird, und du wirst schneller daran sterben als vor Langeweile!”
Aber dieses eine Geschöpf hörte nicht auf sie: Es holte einmal tief Luft und ließ los und wurde sofort herumgewirbelt und von der Strömung gegen die Felsen geschmettert.
Aber noch rechtzeitig trug die Strömung das Geschöpf, das sich nicht mehr festhalten wollte, vom Grunde des Flusses frei, und es wurde nicht länger zerschunden oder verletzt.
Und all die Geschöpfe, die sich stromabwärts angesiedelt hatten und die es nicht kannten, riefen: “Sehet, ein Wunder! Ein Geschöpf wie wir, und doch fliegt es! Seht, der Messias ist gekommen, uns alle zu erlösen!”
Und der, den die Strömung getragen hatte, sagte: “Ich bin nicht mehr Messias als ihr auch. Der Fluss tut nichts lieber, als uns zu befreien, wenn wir nur den Mut aufbringen loszulassen. Unsere wahre Aufgabe ist diese Reise, ist dieses Abenteuer.”
Aber sie riefen nur um so lauter: “Erlöser!” und klammerten sich dabei an die Felsen, und ehe sie sich’s versahen, war er gegangen, und sie blieben allein zurück und spannen ihre Legenden von einem Erlöser.
Quelle: Hubert Hirsch – Poetische Tagträume







August 5th, 2012 at 08:10
Nochmal die gleiche Botschaft — Anders verpackt!
http://www.youtube.com/watch?v=psLkjibx-s0
Have a nice day!
August 5th, 2012 at 08:37
Auch dieser Aufruf der Hopi-Indianer passt sehr gut dazu: (wobei ich anmerke, dass ich nicht weiß, ob er wirklich von den Hopis kommt oder jemand sich ausgedacht hat.
)
Aufruf der Hopi-Indianer zu der heutigen Zeit:
Wir befinden uns in einem reissenden kosmischen Fluss.
Dieser ist so stark und mächtig,
dass ihn viele Menschen fürchten werden.
Sie werden versuchen sich am Ufer festzuhalten.
Sie werden auch das Gefühl haben,
auseinandergerissen zu werden,
und werden aus diesem Grunde sehr leiden.
Wisse,
dass der Fluss seine Absicht und sein Ziel hat.
Die Weisen der Hopi-Indianer rufen dazu auf,
sich vom Ufer loszulösen und in die Mitte des Flusses reissen zu lassen.
wir sollen unsere Häupter über dem Wasser halten,
um den Blick für jene freizuhalten, die wie wir selbst
mit Vertrauen und Freude im Fluss treiben.
In dieser Zeit sollten wir nichts persöhnlich nehmen
und auf uns alleine beziehen.
Wenn wir das machen, beginnt unsere spirituelle Reise
und unser Wachstum zu blockieren.
Die Zeit des einsamen Wolfes ist vorbei.
Orientiert euch an der Gruppe, an den Mitmenschen.
Streichen wir doch Kampf aus unserem Vokabular,
aus unserem Bewusstsein.
Alles, was wir im Alltag machen, sollte als heiliger Akt gesehen werden.
Suche keine Führer abseits Deiner selbst.
Gewinne deine eigene Kraft zurück und erhalte sie für deine Entwicklung.
Es gibt keine Landkarten mehr, keine Glaubensbekenntnisse
und keine Philosophien.
Von jetzt an kommen die Anweisungen
geradewegs aus dem Universum.
Der Plan wird offenbar, Millisekunde für Millisekunde,
unsichtbar, intuitiv, spontan und liebevoll.
Gehe in deine Zelle (Herz)
und deine Zelle wird dich alles lehren,
was es zu wissen gibt.
August 5th, 2012 at 11:09
empfehlung – alexander wagandt – tagesenergien 23
lg