Authentizität, Angst, Mut und Verzweiflung
Liebe Freunde des Lichts,
in meinem Urlaub auf dem Bauernhof habe ich mit vielem gerechnet. Mit drei Kindern unterwegs gibt es immer irgendwelche unvorhersehbaren und unkalkulierbaren Geschehnisse. Dass ich mich aber mit meinem Ferienwohnungsvermieter, einem bodenständigen, pflichtbewussten, fleissigen und bescheidenen Menschen, Ende 40, glücklich verheiratet, zwei erwachsene Kinder, anfreunden werde und wir uns über Themen wie Finanzcrash, Rothschild, Gold, 2012 und sogar den Maya-Kalender unterhalten, hätte ich nie und nimmer für möglich gehalten. In „seiner“ Geschichte geht es um nichts geringeres als um Authentizität, Angst, Mut und Verzweiflung.
Er betreibt eine kleine Landwirtschaft (mit Ferienwohnung) im Nebenerwerb und ist im Hauptberuf Arbeiter eines mittelständischen Maschinen- und Formenbauers. An Arbeit mangelt es ihm und der ganzen Familie wirklich nicht. Ich muss zugeben, dass ich den Weitblick einem Landwirt im bayrisch-tschechischen Grenzgebiet nicht zugetraut habe und ertappte mich im Nachhinein wieder einmal beim „schwarz-weiss-Denken“. Wenn schon in der Großstadt kaum Menschen für solche Themen „offen“ sind (es werden jedoch immer mehr), so hätte ich damit zuletzt auf einem Bauernhof gerechnet.

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Was ich Euch aber eigentlich erzählten möchte ist „seine“ Geschichte. Eine Geschichte über Authentizität, Angst, Mut und Verzweiflung. Er, ich nenne ihn in diesem Artikel Georg, als erfahrener, fleissiger, zuverlässiger und loyaler Arbeiter wurde von der Firmenleitung wegen seiner guten Arbeitsqualität dazu auserkoren, eine Leiter nach oben zu klettern, verbunden mit mehr Gehalt, aber auch einem neuen Wirkungsbereich. Mit Computern hatte er es noch nie zu tun gehabt, jedoch sollte der Umgang bei seiner neuen Tätigkeit eine zentrale Bedeutung einnehmen. Er erklärte sich dazu bereit, musste sich aber nach einer Woche im neuen Tätigkeitsbereich selbst eingestehen, dass es nicht seiner Berufung entspricht und er dabei nicht glücklich wird. Er bat den obersten Firmenchef um ein offenes, ehrliches Gespräch und gab freundlich zu verstehen, dass er lieber in seinen alten vertrauten Wirkungsbereich zurückkehren möchte. Der Firmenchef hatte dafür keinerlei Verständnis und wollte ihn daraufhin unter teils aggressiven Drohungen in eine andere (ungeliebte) Abteilung „strafversetzen“, was Georg umgehend zurückwies. Hinzu kam, dass Georg statt um 7 Uhr, schon um 6Uhr mit der Arbeit beginnen sollte, was ihm aber aufgrund der heimischen Landwirtschaft nicht möglich war. Georg kam sich in diesem Moment vor wie ein Sklave. Ein Mensch, der plötzlich von einem Augenblick auf den anderen seiner Rechte beraubt wurde, und das nach 28 Jahren Firmenzugehörigkeit. Nach erhitzten Wortgefechten drohte der Firmenchef Georg gar mit der Kündigung, der Georg umgehend zustimmte, denn er lies nicht alles mit sich machen und stand zu seiner Einstellung. Er vertrat eisern, aber gefasst, seinen Standpunkt und ließ sich weder Angst machen noch einschüchtern. Georg verließ an diesem Tag das Firmengelände mit der Gewissheit, dass 28 Jahre Firmenzugehörigkeit als fleißiger, guter und von den Kollegen geschätzter Arbeiter und Kollege, der sich nie etwas zu Schulde hatte kommen lassen, abrupt zu Ende gegangen sind. Er als „gestandener“ Mann vergoß zu Hause am Abend Tränen wegen des respektlosen Verhaltens des Firmenchefs.
Wie muss sich jemand in diesem Moment fühlen, wenn man nach 28 Jahren Firmenzugehörigkeit so behandelt wird? Eine Welt muss für einen zusammenbrechen. Bei dem Gespräch mit dem Chef die drohende Arbeitslosigkeit vor Augen mit Ende 40, wird bei den meisten Menschen Angst auslösen. Angst, die soweit geht, dass man sich einschüchtern lässt und Zugeständnisse macht, nur damit man den Job behält. Aber Georg blieb standhaft und vertrat seinen Standpunkt, er lies sich nicht auf einen Kuhhandel ein. Er bewahrte seine Authentizität und sein Gesicht. Das ist in den jetzigen wirtschaftlich angespannten Zeiten bewundernswert. Er hat die Sache so hingenommen wie sie ist, ist hindurchgegangen durch die Qualen und hat die Tatsachen akzeptiert. Er hat soweit gekämpft, wie es ihm möglich war und hat dann losgelassen, mit allen Konsequenzen – bedingungslos!
Georgs Verhalten ist für mich geradezu beispielhaft für unseren Weg, auf dem wir uns befinden. Jeder auf seine Weise. Wir sollten unsere Ziele, Absichten und unsere Einstellung (zum Leben) ehrlich vertreten, ohne an eventuelle im ersten Moment negativen Auswirkungen und Konsequenzen zu denken. Sprichwörtlich „durch die Hölle zu gehen“ ist der manchmal sicherlich bessere Weg, als ungewollte Zugeständnisse zu machen und sich hinterher schlecht zu fühlen und nicht mehr in den Spiegel schauen zu können.
Vielleicht finde ich diese Geschichte deshalb so bewundernswert, weil ich ehrlicherweise nicht wüsste, wie ich mich in so einer Situation verhalten würde. Angst vor den harten finanziellen Konsequenzen und vor dem Ansehen bei Kollegen und Familie (und vor den eigenen Kindern). Jeder hat eben seine „wunden“ Punkte, die es gilt abzuarbeiten, Schritt für Schritt, aber ohne Hast. Wir brauchen uns nicht unter Druck zu setzen, denn das bringt gar nichts, im Gegenteil: Es frustriert nur!
Wenn man versucht, die Angst zu vermeiden, wird sie nur hinausgezögert und kommt irgendwann, vielleicht verstärkt, wieder zurück.
Wenn man die Angst verdrängt, wird sie nur noch schlimmer.
Aber wenn man durch die Angst hindurchgeht, löst sie sich auf.
Die Geschichte ging übrigens gut für Georg aus. Seine direkten Vorgesetzten machten sich am selben Abend für ihn stark und überredeten den Firmenchef, ihn in seinem alten Tätigkeitsbereich wieder einzustellen. Vielleicht ging die Geschichte gerade deshalb gut für ihn aus, „weil“ er bedingungslos durch die Qualen hindurchgegangen ist und seine Seele nicht verkaufte.
Kämpfen bis zu einem bestimmten Punkt ist aller Ehren wert, aber nur im richtigen Moment loszulassen erhöht das eigene Bewusstsein.





August 6th, 2010 at 00:21
@ Alexisorbas
Die Geschichte gefällt mir sehr gut! Danke.
Glaubst du immer noch an Zufälle?
August 6th, 2010 at 00:38
@ Magdalena,
danke.
Es gibt keine Zufälle im Leben, du hattest recht
August 6th, 2010 at 10:00
ich finde die Geschichte auch sehr schön und ich freue mich für Georg, er kann stolz auf sich sein, dass er seinen Weg gegangen ist. Leider ist dies auch ein Problem bei den Menschen. Zu sich selbst stehen!!
Es ist doch eigentlich bemerkenswert, dass gerade die Leute, die täglich mit den Naturgewalten und Schönheit der Natur konfrontiert sind, viel offener und weiter sind, als Menschen, die in der Stadt leben und doch eigentlich meinen, sie wären weltoffener?!?!?
Aber dies ist ja immer Ansichtsache. Entweder man will und oder nicht! Hier kommt wieder das Thema von gestern auf den Tisch, die Sucht nach Leiden! Ich bin einfach der Meinung, man hat immer die Wahl. Man kann an einer Sache zerbrechen, man kann aber auch aufbrechen. Und ich wünsche JEDEM, dass er bereit ist, aufzubrechen!!
Liebe Grüße und einen wunderschönen Tag mit viel Liebe, Licht und Freude
Eggi
August 6th, 2010 at 11:25
Wenn ich immer eine Wahl habe:
Wieso kann ich dann nicht eine Krankheit, die ich selbst kreiert habe wieder auflösen? Oder ein Konkurs? Wieso kann ich nicht einen Lotto-Gewinn wiederholen?
Ich bin der Meinung auch unsere Gedanken werden uns vorgegeben und das ich hier in der Materie Gottes Willen ausführe. Jeder führt hier Gottes Willen aus und 2012 steht das Einheitsbewusstsein auf dem Plan. Deswegen diskutieren wir hier darüber, aber ich bin nicht besser als ein Süchtiger nach Leid. Weil der spielt nur seine Rolle, die ihm vorgegeben wird.
August 6th, 2010 at 11:46
Ich muss ganz ehrlich sein: wenn das Leben nach meinen Willen verlaufen musste dann hätte ich vor 20-30 Jahren mehr schaden angerichtet als mir lieb ist. Ich bin so froh und so dankbar, das ich nur lerne und die Möglichkeit habe Fehler zu machen sogar dann wenn ich der „MEINUNG“ bin alles richtig gemacht zu haben. Manchmal denke ich mir das ich gut entschieden habe und dann werde ich enttäuscht. Anderer mal denke ich das ich was falsch gemacht habe und es war das beste was mir passieren konnte. Aus der Perspektive gesehen ( nach eine bestimmte Zeit) kann ich das erkennen.
Also, ich bin ganze Zeit dabei mich neu zu entdecken und zu verbessern und damit habe ich genug zu tun.
Gruß
Malgorzata
August 6th, 2010 at 12:00
@magdalena
Hallo Magda,
ich sehe das ein kleines bisschen anders.
Manch einem wird ein großer Stein in den Weg gelegt, das stimmt, aber quasi dieses als von Gott gegeben hinzunehmen und “laufen zu lassen”, das ist dann immer eine Einstellungssache.
Ich kann mich in meinen eigenen Keller begeben, meine Leichen finden (was richtig weh tut) und dann verarbeiten – oder aber ich kann mich wehren, blockieren und die Blockaden in meinem Körper weiter verhärten lassen.
Das ist dann damit gemeint, wenn es heißt: die Sucht des Leidens!!
Jeder Einzelne von uns trägt Unmengen von Verletzungen in sich und es kommt darauf an, wie man sie angeht. Man kann auch auflösen und ins Positive verwandeln! (Dies ist dann der Unterschied, wenn Manche wie durch ein Wunder geheilt werden und andere wiederum nicht).
Ich kann an dieser Stelle nur wieder ein Zitat wiedergeben, das mich auf meinem Weg begleitet hat: Der Siege Göttlichster ist das Vergeben – von Friedrich Schiller.
Was die anderen Sachen betrifft, Konkurs oder Lotto Gewinn, empfehle ich dir die homepage von ommmmmm
Man zieht immer gerade das an, was man braucht – also ich wünsche dir viel Freude beim Lesen
Grüße
Eggi
August 6th, 2010 at 12:02
@ Malgorzata
Und was wäre das für ein gewaltiger Druck, wenn ich durch meine Gedanken alles erschaffen könnte?
Wenn ein Mensch X in Gedanken Frieden erschafft und ein anderer Mensch Y Krieg. Was kommt denn dann dabei heraus?
Da wäre ich doch mit den Nerven fertig und hätte ein ständiges Schuldgefühl, wenn ich mir die derzeitige Realität so anschaue!
Herzlichste Grüße Magda
August 6th, 2010 at 12:07
Der andere Mensch fuscht mir doch ständig in meinen angeblich freinen Willen hinein!
Ich gebe mir Mühe und erschaffe Frieden mit meinem Handeln und Gedanken und mein Umfeld denkt vielleicht nur an Hass und benimmt sich auf unterstem Niveau!
Wie kann man da noch an einen freien Willen glauben?
Deswegen könnte 2012 niemals funktionieren!!! Es sei denn der Weg ist vorgegeben!
August 6th, 2010 at 12:09
@ Malgorzata
das Leben ist einfach kein Honigschlecken – so ist das nunmal und man sieht, dass du deine Stolpersteine akzeptiert hast.
Ich wünsche dir viel Spaß beim Lernen und immer ein offenes Ohr und Herz, das bringt dich weiter.
LG
Eggi
August 6th, 2010 at 12:14
@ Eggi
Vielen Dank! Ich wünsche dir auch, dass du die Realität so animmst wie sie ist und nicht so sehr im Verstand gefangen bist. Du kannst nichts falsch machen, da du keine Wahl hast!
Liebe Grüße Magda
August 6th, 2010 at 12:17
@ Magda
wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!!
Die anderen sind doch gar nicht wichtig, nur du, du bist wichtig!
Das Gefühl gute Gedanken in die Welt zu schicken und fest daran zu glauben, dass du damit etwas Positives bewirken kannst, gibt dir schon mal ein gutes Gefühl und das ist einfach nur schön!!
Man sollte einfach nicht alles hinterfragen
Probiers doch einfach mal aus
LG
Eggi
August 6th, 2010 at 12:40
@ Eggi
Bist du ein Kontrollfreak?
Der Verstand hat folgende signifikante Merkmale:
Abgrenzung und Kontrolle
Ich bin nicht nur Magda, das ist nur meine Rolle und ich bin mit den anderen Menschen verbunden und ich kann nicht alles bestimmen in meiner Rolle als Magda.
Gottes Wille geschehe, ich bin Gott auf einer anderen Ebene und habe dort auch einen freien Willen, aber nicht hier in der Materie.
August 6th, 2010 at 12:49
Gott spielt mit sich selbst in der Materie und er spielt alle Rollen!
Wie kann dann eine Rolle besser oder schlechter sein als die andere?
Das ist aber natürlich nur meine Wahrnehmung, die ich meinen Leben lang beobachtet habe.
August 6th, 2010 at 15:51
wenn du nur eine Rolle bist, dann viel Spaß dabei und schönes Wochenende!!
Ich bin froh und dankbar, dass ich Ich bin und keine Rolle (oder Marionette?)
Grüße auch an alle anderen
Eggi